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MATROSEN VON CATTARO, DIE (1. INSZENIERUNG 60ER JAHRE) (1963)

Fernsehinszenierung eines Schauspiels von Friedrich Wolf

Szenenbild: Bernhard Schröter
Bildregie: Margot Thyrët
Inszenierung: Gotthard Müller

Personen und ihre Darsteller:

Franz Rasch (Hermann Stövesand), Toni Grabar (Rolf Hoppe), Alois Zapp (August Hütten), Jerko Sisgoric (Wilfried Weschke), Kuddel Huck (Gerhard Lau), Sepp Kriz (Gerhard Vogt), Mate Bernicevic (Rudolf Donath), Stonawski (Alfred Struwe), Trulec (Fritz Bogdon), Sesan (Helmut Straßburger), Leutnant (Peter Herden), Fregattenkapitän (Hans Kießler), Offizier (Reinhold Stövesand).

Sendedaten:

12.04.1963 Erstausstrahlung

Inhalt:

Der Deutsche Fernsehfunk präsentierte die Inszenierung dieses Schauspiels von Friedrich Wolf (1888-1953) mit dem Ensemble des Staatstheaters Dresden. Seine Uraufführung erlebte das Stück am 8. November 1930 an der Volksbühne Berlin.
Die Handlung des Schauspiels nimmt Bezug auf den 1. Februar 1918, als auf 40 Schiffen, die der österreichisch-ungarischen Kriegsflotte angehörten, in der Bucht von Cattaro rote Fahnen des Aufstands gehisst wurden. Der Erste Weltkrieg dauerte schon seit 1914 an, Tausende Soldaten und Matrosen waren zu Opfern eines sinnlosen Blutvergießens geworden, Frauen verloren ihre Männer, Kinder ihre Väter. Im Angesicht dieser schlimmen Folgen erhoben sich auf den Schiffen etwa 6000 Matrosen. Man entwaffnete die Offiziere und bildete Matrosenräte - der Hunger und die Friedenssehnsucht, aber auch der Hass auf die nationale Unterdrückung durch die Habsburger Monarchie führten zum aktiven Handeln der einfachen Menschen.
Das Theaterstück selbst spielte auf dem Panzerkreuzer “St. Georg”. Hier ist es der Bootsmannsmaat Franz Rasch (Hermann Stövesand), der den kriegsmüden Matrosen dieses Schiffs die Nachrichten über Streiks in verschiedenen Großstädten der Monarchie Österreich überbringt. Darauf hin erarbeiten die Matrosen eine Resolution. Ihre Forderungen darin: sofortige Friedensverhandlungen, Verbesserung der Verpflegung der Schiffsmannschaft, Wahl von Vertrauensleuten der Besatzung und anderes. Das Meeting wird allerdings durch den Kontrollgang eines Offiziers gestört. Als selbiger noch eine Ausgabe der verbotenen “Arbeiterzeitung” vorfindet, kommandiert er die Backschaft um Rasch für 14 Tage zum Strafdienst ab. Doch die Matrosen lassen sich dadurch nicht entmutigen und verabreden sich für den nächsten Sonntag, um ein illegales Treffen mit Matrosen anderer Schiffe, die in der Bucht von Cattaro vor Anker liegen, zu organisieren und durchzuführen.
Während des verordneten Strafdienstes findet besagter Offizier bei einer Durchsuchung die Resolution der Matrosen auf. Toni Grabar (Rolf Hoppe) hatte sie versteckt, und es gelingt ihm noch, den Teil der Resolution mit den Unterschriften unschädlich zu machen. Grabar wird festgenommen und soll vor einem Kriegsgericht zur Verantwortung gezogen werden. Die Matrosen auf der “St. Georg” erfahren aber, dass auch Matrosen auf anderen Schiffen der Resolution zugestimmt haben. So nimmt Rasch das Heft des Handelns in die Hand und verhindert im Handstreich mit seinen Kameraden, dass Grabar abgeführt wird. Das bewaffnete Kommando verweigert die Befehle der Offiziere des Schiffs, hisst die rote Flagge und kommuniziert mit Gleichgesinnten auf den anderen Schiffen in der Bucht. Doch der Matrosenrat kann sich über weitere Maßnahmen nicht einigen, und so will auch Franz Rasch noch abwarten. Die Uneinigkeit und Untätigkeit der Matrosen auf den Schiffen in der Bucht von Cattaro wird letztlich bestraft: eine Kriegsflotte versperrt die Ausfahrt aus der Bucht und schließt die meuternden Schiffe ein. Auf Rasch, der jetzt den Befehl zum Durchbruch erteilen will, reagieren die Matrosen nicht mehr; mit seinem zu langem Zögern hat er die Führung des Aufstands verwirkt.

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