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IM ALTER VON ... (1974)

Ein rekonstruierter Film des Fernsehens der DDR aus der Reihe “Polizeiruf 110”

Stab 1974:
Buch: Dorothea Kleine/ Heinz Seibert
Dramaturgie: Eberhard Görner
Schnitt: Gertraud Gruner
Kamera: Tillmann Dähn
Regie: Heinz Seibert

Stab 2011:
Redaktion: Wolfgang Voigt (MDR)
Musik: Rainer Oleak
Schnitt: Stefan Urlaß
Synchronregie: Irene Timm
Regieassistenz: Thomas Gaevert
Regie: Hans Werner

Personen und ihre Darsteller:

Oberleutnant Peter Fuchs (Peter Borgelt; SSP: Oliver Stritzel), Oberleutnant Jürgen Hübner (Jürgen Frohriep; SSP: Andreas Schmidt-Schaller), Leutnant Vera Arndt (Sigrid Göhler; SSP: Anneke Kim Sarnau), Major Wegner (Stanislaw Zaczyk; SSP: Jaecki Schwarz), Jenny Gerlach (Wieslawa Niemyska; SSP: Isabell Gerschke), Karl Fischer (Walter Lendrich; SSP: Wolfgang Winkler), Ehefrau Fischer (Teresa Lipowska; SSP: Marie Gruber), Horst Reisenweber (Heinz Behrens; SSP: Jürgen Zartmann), Ben Gerlach (Klaus Richter; SSP: David Weyl), Till Hochstetter (Fred Österreich; SSP: Gideo Finimento).
Anmerkung: zu den Originaldarstellern von 1974 wurden jeweils unter “SSP” die Synchronsprecher der 2011 überarbeiteten und ausgestrahlten Fassung dieses “Polizeirufs” angegeben; weitere Erläuterungen siehe unten.

Sendedaten:

23.06.2011 MDR Erstausstrahlung; weitere Erläuterungen siehe unten

Inhalt:

Der “Trabant” von Jenny Gerlach (Wislawa Niemyska), die mit ihrem Sohn Ben (Klaus Richter) unterwegs ist, bleibt wegen eines Defekts an der Autobahn stehen: der Keilriemen ist gerissen. Auf einem Parkplatz versuchen Mutter und Sohn vergeblich, den Schaden zu beheben, doch vergeblich - das Auto ist nicht mehr einsatzbereit. Ben spricht auf den Parkplatz einen älteren Mann an, um ihn um Hilfe zu bitten; wie sich herausstellt, ist dieser Mann Oberleutnant Fuchs (Peter Borgelt), der Bens Mutter, eine Journalistin, schon lange kennt. Vor seiner beruflichen Versetzung waren Fuchs und die Familie Gerlach jahrelang befreundet gewesen, umso größer ist jetzt die Freude des Wiedersehens auf beiden Seiten. Frau Gerlach hatte ihren Mann durch einen tragischen Unfall verloren und sieht im elfjährigen Ben das Ebenbild ihres Mannes.
Ben selbst, ein sportlich talentierter und lebensfroher Junge, findet Fuchs sympathisch. Deshalb lädt er ihn gleich zum Schulsportfest ein, bei dem er sich einen Sieg im Schwimmwettkampf ausrechnet.
Nach Ende des Wettkampfs will Ben mit seinem Freund Till (Fred Österreich) noch baden gehen; Fuchs und Frau Gerlach wollen diese Zeit nutzen, um über die alten Zeiten zu reden.
Da Till sich zum Baden verspätet hatte, war Ben schon vorgegangen. Als Till später am Tonsee ankommt, ruft er nach Ben, findet ihn aber nicht, nur dessen Fahrrad und Bekleidung. Nach weiterem Suchen geht er schließlich zurück und informiert Fuchs und Bens Mutter. Umgehend wird eine große Suchaktion mit massiven Polizeikräften eingeleitet. Die Aktion endet alsbald mit einem Schock für die Beteiligten: Ben wird tot aufgefunden. Die Kriminalpolizei beginnt sofort mit ihrer intensiven Ermittlungsarbeit, wobei Fuchs wegen seines speziellen Verhältnisses zur Familie Gerlach davon ausgeschlossen wird. Zumindest versucht Fuchs in dieser Situation, Frau Gerlach beizustehen.
Die Kriminalpolizei arbeitet bei der Aufklärung dieses Tötungsdelikts eng mit der Bevölkerung zusammen. Die Fakten, die Stück um Stück zusammengetragen werden, zeigen an, dass Ben durch einen pädophilen - homosexuellen Mann umgebracht worden sein muss. Andere Kinder hatten davon berichtet, dass sie in dieser Hinsicht in letzter Zeit von einem Mann belästigt worden waren.
Als man den Täter festnehmen will, hat er sich schon selbst gerichtet und Selbstmord begangen. Hinterlassen hat er einen Abschiedsbrief, in dem er den Mord an Ben gesteht. Hübner (Jürgen Frohriep) gibt der Hoffnung Ausdruck, dass es sich bei dem schrecklichen Tod des Jungen um einen absoluten Einzelfall gehandelt haben möge.
Dorothea Kleine, eine (Fernseh-) Autorin aus Cottbus, hatte 1974 eine Vorlage für eine neue Folge des “Polizeirufs” eingereicht, bei deren Niederschrift sie sich von einem authentischen Kriminalfall inspirieren ließ, der im Zeitraum von 1969 bis 1971 in der DDR eine der größten Polizeiaktionen ausgelöst hatte. Ein Lehrling, der von der “MITROPA” ausgebildet wurde, hatte zu dieser Zeit drei Jungen auf brutale Art und Weise ermordet. Die Brisanz dieses Falls, speziell sein Realitätsgehalt, und die Tatsache, dass es derartige Verbrechen in der DDR gar nicht geben dürfte, führten zur Ablehnung der Kleineschen Vorlage.
Heinz Seibert, ein bekannter Regisseur, der schon mehrfach Krimis inszeniert hatte, nahm sich der Sache an, bearbeitete das vorliegende Manuskript und präsentierte den Fernsehverantwortlichen eine Neufassung unter dem (Arbeits-) Titel “Am hellerlichten Tag”. Dabei hatte er in den Handlungsablauf derart eingegriffen, dass nichts mehr an den Eberswalder Fall erinnerte, auf den Frau Kleine noch Bezug genommen hatte. Zudem schob er die Tätigkeit der Kriminalpolizisten in den Vordergrund der geplanten TV-Produktion. Vom Ministerium des Inneren der DDR bekam dieser Vorschlag “Grünes Licht”, die Dreharbeiten konnten beginnen und wurden in gewohnter Weise vorangebracht. Kurze Zeit vor dem letzten Drehtag wendete sich das Blatt: die Dreharbeiten wurden behindert, Technik der Polizei wurde abgezogen, dann kam das endgültige “Stopp”. Heinz Seibert war es gelungen, noch eine Rohschnittfassung mit dem Titel “Im Alter von …” zu fertigen, doch als diese intern vorgeführt wurde, blieb er davon ausgeschlossen. Für den Regisseur Seibert hatte das Projekt ernste Folgen, denn er durfte bis zur Wende im Jahre 1989 keinen Film mehr drehen, wurde isoliert und mit einigen kleinen Arbeiten abgespeist.
Aus Unterlagen, die im Deutschen Rundfunkarchiv aufgefunden wurden, ging hervor, das dieser Kriminalfilm am 4. April 1975 endgültig durch das zuständige Ministerium verboten wurde, auch mit der Maßgabe, alle dazu vorliegenden Materialien wie Rohschnitte, Kopien, Drehbücher usw. konsequent zu vernichten. Durch einen Zufall blieb ein stummes Kameranegativ zum Film “Im Alter von…” erhalten und ging in die Hinterlassenschaften des DDR-Fernsehens, archiviert beim DRA, ein.
Im Jahre 2009 wurden diese Rohmaterialrollen im Rahmen der Aufbereitung des Archivguts wieder aufgefunden und entsprechend zugeordnet. Allerdings fehlten, um eine Ausstrahlung des Films zu realisieren, jegliche Tonaufnahmen und das Drehbuch. Letzteres war in einem Exemplar dann noch bei Frau Kleine vorhanden, so dass man eine Rekonstruktion des Films ins Auge fassen konnte. Problematisch war, dass dazu das Rohmaterial nun hätte synchronisiert werden müssen, allerdings waren wichtige Darsteller des DDR - ”Polizeirufs” nicht mehr am Leben. So entscheid man sich beim MDR, dass aktuelle Darsteller der “Polizeiruf” - Folgen ihren Kollegen von damals ihre Stimme leihen sollten, womit dann die Rekonstruktion des 1974 verbotenen Streifens abgeschlossen werden konnte; die “Erstsendung” erfolgte dann am 23. Juni 2011 im MDR-Fernsehprogramm.

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