Dramaturgie: Hans Müncheberg
Szenenbild: Manfred Glöckner
Inszenierung: Fred Mahr
Der alte Jessen (Harry Hindemith), Agnes, seine Tochter (Barbar Dittus), Jan Söth (Helmut Müller-Lankow), der Fremde (Wilhelm Koch-Hooge), Frau Jessen (Barbara Witte).
20.04.1962 Erstausstrahlung
Das Fernsehspiel führt die Zuschauer in eine Sturmnacht über den Halligen. Die Menschen, die hier wohnen und leben, haben es nicht einfach. Doch für Vater Jessen (Harry Hindemith) ist es nicht der Kampf mit den Naturgewalten, der ihn vorzeitig hat altern lassen, sondern sein Schicksal, das er in der Zeit des zweiten Weltkriegs ertragen musste. Halb erblindet und innerlich ausgebrannt, so ist er schließlich der Hölle des KZ entronnen, der frühere Ingenieur und Erfinder. Düstere Erinnerungen trägt er auch aus jenen Tagen mit sich herum, als die SS-Büttel in ihr Haus eindrangen und seine Frau zu Tode quälten. Er und sein bester Freund fielen in die Hände der Gestapo, wo sie viele Jahre den Sadisten ausgeliefert waren. Es gab keine Möglichkeit, dass sich Jessen um seine Tochter Agnes (Barbara Dittus) kümmern konnte, sie wuchs bei fremden Leuten auf, ohne die Wärme und Liebe von Eltern zu empfangen. Trost suchte sie deshalb in der Kirche und im Glauben an Gott.In dieser düsteren Nacht am Meer sind Hilferufe von einem in Not geratenen Menschen zu hören. Vater Jessen, Agnes und ihr Verlobter schaffen es mit vereinten Kräften, einen Fremden (Wilhelm Koch-Hooge) zu retten, sie nehmen ihn in ihr Haus auf. Vater Jessen erkennt aber dann in diesem Fremdling seinen Peiniger aus der Haft, der zudem seine Frau getötet hatte. Unbändiger Hass erfasst in diesem Moment den alten Mann, jetzt ist er willens, an diesem Menschen die gerechte Rache zu nehmen. Seine Tochter allerdings will ihn davon abhalten, sie vertraut auf die göttliche Gerechtigkeit und auch Sanftmut, die man gegenüber seinen Feinden walten lassen solle.In diesem Fernsehspiel durchleben vier Menschen die Höhen und Tiefen menschlicher Leidenschaften. Es geht aber auch um einen Weg aus dem Dunkel der Vergangenheit des Nationalsozialismus in eine menschliche lebenswerte Zukunft.
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