Inhalt von fernsehen der ddr

Dieser Link beinhaltet in Form eines Archivs die Gastbeiträge zu den Hintergrundinformationen rund ums DDR-Fernsehen, wie sie seit März 2021 schon auf der Titelseite präsentiert wurden. Alle bisherigen Artikel sind hier noch einmal nachlesbar; es ist mit dem Autor derer geplant, diese Rubrik in der vor uns liegenden Zeit ständig zu erweitern.

Fischkoch mit böhmischen Akzent – Rudolf Kroboth

17.04.2021

Seine Zubereitungsformel „Säubern, Säuern, Salzen“ hatte sich schnell verbreitet. Nur dass der schnauzbärtige Fischkoch so überhaupt nicht nach Waterkant klang, war seltsam. Rudolf Kroboth (1920-1986) sprach böhmischen Akzent, war in Bad Königswart aufgewachsen und nach dem Krieg über Bayern schließlich in der Lausitz gelandet, ehe er findiger Werbeleiter der VVB Hochseefischerei Rostock wurde. Immer dienstags in den „Tausend Tele-Tips“ liefen seine fünfminütigen Fischrezepte. Walter und vor allem Lotte Ulbricht bestärkten ihn. 606 Sendungen gab es von 1960 bis 1972, als weltweit Fischereischutzzonen eingerichtet wurden und die knapper werdende Fische nicht mehr extra beworben werden sollten. Kroboth widmete sich der Gastronomie und baute die von ihm initiierte, beliebte Restaurantkette „Gastmahl der Meeres“ aus, welche 1989 auf 33 Filialen angewachsen war. Die erste Gaststätte dieser Art war 1966 in Weimar eröffnet worden.
M. Th.

Kein Rummel, ein Star durch Charakter – Gunter Schoß  

14.04.2021

Bereits mit dem Bildschirmdebüt des aus dem Strafvollzug entlassenen Egon Brümmer in „Egon und das achte Weltwunder“ (1964) gewann der 24jährige gelernte Werkzeugmacher Gunter Schoß die Sympathien des Publikums und markierte ad hoc seine Persönlichkeit: Lässig, doch genau und konkret. Sehr ernsthaft; mit einem Stolz, der ihn verletzbar macht und bei Nichtachtung enorme Intensität generiert. Dazu eine kernig Stimme. In der Verfilmung des Hörspiels „Mein Vater Eddie“ (1968) erlebte der Autor Gerhard Rentzsch Gunter Schoß als sensible Idealbesetzung der Titelrolle. So begann eine seltene Autor-Darsteller-Arbeitsbeziehung auf Jahrzehnte. Für den sechsteiligen Hörspielroman „Das Amulett“ (1970) wie auch die dreiteilige Fernseh-Version „Aller liebe Anfang“ (1972) schrieb Rentzsch die Hauptrolle Gunter Schoß auf den Leib. Und noch 30 Jahre später den genüsslichen Erzähler seiner Hörspielminiaturen „Augenblickchen“ (1989-2001).
M. Th.

Ein Fallada aus Zerbst - Manfred Bieler

12.04.2021

Der Vergleich hinkt - bezeichnet aber die Tragik, dass der fabulierfreudige, lebensprall schreibende Manfred Bieler (1934 - 2002) heute fast vergessen ist und eigentlich auch einen Rang wie Hans Fallada in der Erzähltradition deutscher Zunge einnehmen könnte. Als Sohn eines Zerbster Baumeisters hatte der 1,93 m hohe Bieler nach dem Abitur in Dessau an der Humboldt-Uni Germanistik studiert. Mit ihm sein späterer Hörspieldramaturg Wolfgang Beck. Mit dessen Beistand gelang es Bieler, ab 1958 in nur 6 Jahren 10 (!) geistreiche Hörspiele in der DDR herauszubringen. Drei davon wurden rasch fürs Fernsehen adaptiert. 1965 heiratete Bieler nach Prag, von wo aus er nach dem sowjetischen Einmarsch 1968 gen München ausreiste. Mit dem Verbot von Bielers Roman und Film "Das Kaninchen bin ich" (1965) war eine Rückkehr in den Osten ausgeschlossen. Sein Familien-Epos "Der Mädchenkrieg" wurde 1977 ein enormer Bildschirmerfolg für die ARD.
M. Th.

Das Pathos der Ulbricht-Ära - Hans-Georg Ponesky

22.03.2021

Ihrer Stimme nach hätten sie sich doubeln können - Fernsehkoch Drummer, Radiomoderator Hansel ("Alte Liebe rostet nicht") und Spielmeister-Filou Hans-Goerg Ponesky (1933-2016). Alle drei sprachen baritonales Hochdeutsch mit sächsischem Akzent. In Ehrgeiz, Konzept und Pathos überragte der Dresdner Ponesky indes alle. Seine die Jahrestage feiernde Fernseh-Estrade "Mit dem Herzen dabei" (1964-68) verknüpfte die Revuebühne mit Live-Schaltungen zu Außenspielorten und zelebrierte die Pathetik der vermeintlichen sozialistischen Menschengemeinschaft ganz im Sinne Walter Ulbrichts. "Pony" - im Kollegenkreis "die blonde Träne" genannt - rettete sich in die Honecker-Ära, indem er Volksliedgut und passionierte Laienchöre für "Alles singt" (1976-91) aktivierte - hinter ihm die findige Gattin Dr. Karin Ponesky, die die Rezeptur auch in die Nachwendezeit und die Honorierung in harter Währung zu verlängern verstand.
M. Th.

Kurt Drummer – 22 Jahre: „Der Fernsehkoch empfiehlt“

21.03.2021

Die Hausfrauennachmittage, die Kurt Drummer als Chefkoch am „Erfurter Hof“ anbot, waren der Frauenredaktion des DFF zu Ohren und mit einer ersten Live-Übertragung 1958 auf den Bildschirm gekommen. Von 1961 bis 1983 gab es dann 14tägige Halbstunden-Sendungen aus der Fernsehküche im Ostseestudio Rostock. Mit 2000 Rezepten! Während im NWDR der Schauspieler Carl Clemens Hahn einen Fernsehkoch namens Wilmenrod mimte, war der in Gornsdorf/Erzgeb. geborene Drummer (1928-2000) ein echter Spitzenkoch und studierter Ernährungsexperte, der Öl statt Butter anpries. Als er 1983 die beliebte Samstags-Sendung nach 650 Folgen tragischerweise selber aufkündigte, war er erst 55 Jahre alt! Der Vertrag verpflichtete ihn, alle Zutaten selber beizubringen. Aber um in der Versorgungslage der DDR den banalsten Zutaten hinterherzutelefonieren, hatte er, wie er 1994 offenbarte, einfach nicht mehr die Nerven.
M. Th.

Juergen Schulz – zwischen Glitzerwelt und einer großen Erzählerin

10.03.2021

Als letzten Sommer der Fernseh- und Radiomoderator Juergen Schulz („Alles singt!“ und „Eine runde halbe Stunde“) mit 76 Jahren starb, nahmen viele seiner Verehrerinnen und Fans mit Erstaunen zur Kenntnis, dass dieser Mann der Schlager-Welt und heiteren Muse ein engster Vertrauter der Schriftstellerin Brigitte Reimann war, in die er sich 1969 in Neubrandenburg schwer verliebt hatte. In ihren gedruckten Tagebüchern bleibt er als „Juergen (geb. 1943), Journalist“ anonym im Hintergrund. Dabei gehörte er zu den raren Freunden, die sie bis zu ihrem frühen Tod, als sie 1973 im Alter von nur 39 Jahren starb, in der Klinik in Berlin-Buch treu besuchten. Er hatte ihr beim Schreiben von „Franziska Linkerhand“ beratend und Schreibmaschine tippend zur Seite gestanden und es immer wieder geschafft, sie mit seinen charmanten Frechheiten aufzuheitern.
M. Th.

Wolfgang Brandenstein – Conferencier ohne Aufdringlichkeit

06.03.2021

Dass der Ur-Berliner Wolfgang Brandenstein (*1929) nicht mit flottem Mundwerk triumphierte, sondern mit Ruhe, Lächeln und Teddybären-Timbre, wirkte Ende der 50er Jahre als Kontrapunkt zum quirligen Hannoveraner Heinz Quermann mit der Trompetenstimme. Brandenstein – ein radioerprobter Schallplatten-Kenner – überraschte mit Wortwitz und geistreichen Einfällen. Das kam nicht nur den Familien-Spielshows im Live-Fernsehen zugute – „Was darf's denn sein? fragt Wolfgang Brandenstein“ (1958-60) oder „Gesucht und gefunden“ (1960-62) – sondern auch Schlagerstars, für die er Erfolgstitel textete, wie z.B. den 'Jahrhundert-Hit' „Kinder, Kinder, ich hab' keinen Zylinder“, den Will Brandes gesamtdeutsch oder „Erna kommt“, den Lippi in Ost und Hugo Egon Balder in West populär machte. Die Musiken meist von Gerhard Siebholz und Arndt Bause. Über 200 Mal Qualitätsmarke: Text – Brandenstein!
M. Th.

Jutta Hoffmann und die Kamera – eine hochzeitliche Begegnung

26.02.2021

Den Anfang nahm dieses Verhältnis bereits bei ihrem ersten Auftritt vor Live-Kameras des DFF, als sie 17-jährig spontan in der Unterhaltungsendung „Was darf´s denn sein? fragt Wolfgang Brandenstein“ im Schkopauer Kultursaal der Chemischen Werke Buna mitwirkte – dem Betrieb, in dem ihr Vater Erich Buchhalter war; dem Haus, in dessen Laienspielgruppe sie spielte. An diesem Samstagabend am 11.10.1958 sollte möglichst viel Kleingeld auf die Bühne gebracht werden. Jutta Hoffmann kam mit einer Zigarrenkiste voll Pfennige und gewann. Brandenstein war von der schlagfertigen Abiturientin so begeistert, dass er sie für die nächste Sendung aus Rostock als Assistentin engagierte.
M. Th.

Geburtstage von Schauspielerinnen und Schauspielern der DDR

Geburtstage von Schauspielerinnen und Schauspielern der DDR im Monat
Juni.

  • 16.6. Fred Alexander (* 1927)
  • 16.6. Fred-Arthur Geppert (* 1925)
  • 16.6. Harry Hindemith (* 1906)
  • 16.6. Micaela Kreißler (* 1941)
  • 16.6. Hans-Ulrich Lauffer (* 1923)

weiter »

Zur vollständigen Geburtstagsliste »

Wiederholungen von DDR-Fernsehsendungen im privaten oder öffentlich rechtlichen Fernsehen

Wiederholungen von DDR-Fernseh- sendungen im privaten oder öffentlich-rechtlichen Fernsehen im Monat
Juni.
Klicken Sie auf den jeweiligen Tag (rot hervorgehoben), um Details zur wiederholten Sendung zu erfahren. Der aktuelle Tag ist Grau hervorgehoben.

 

Seitenübersicht (Sitemap):

Startseite | Über fernsehenderddr.de | DDR-TV-Produktionen | Schauspieler im DDR-TV/DEFA-Film | Historisches | Sonstiges zum DDR-TV
Wiederholungen im deutschen Fernsehen | Geburtstage von DDR-Schauspielern | Impressum & Kontakt | Login op.red.manager